| Österreich |
Kieneck |
Allgemein: Ein
Berg für alle Fälle, mit 1106 m gar nicht so hoch und trotzdem teileise steil.
Insgesamt führen acht verschiedene Wege aus allen Himmelsrichtungen
auf das Kieneck. Die Zugänge sind lang, und eine Kammwanderung im Gebiet des Unterbergs und Hochecks beeindruckend.
Die Rundumsicht ist hervorragend auf die Wiener Hausberge, ins Triestingtal, zum Ötscher
und auf die Traisener Berge.
Als mein "Hausberg", war ich ohne Übertreibung schon ca. 30 mal hier oben (hochgerechnet über ein paar Jahrzehnte). Eine detaillierte Beschreibung der Touren ist daher auf ein paar ausgesuchte Wanderungen beschränkt.
Das
Kieneck hatte für die vorchristliche Megalith-Religion wahrscheinlich
eine wichtige regionale Bedeutung. Einen Hinweis auf diese kultische
Funktion geben die Ortsnamen:
CHIEN bedeutet
im althochdeutschen Fackellicht, Kienspan. ECK weist darauf hin, dass das Kieneck den Punkt des rechten Winkels
eines Dreiecks markiert.
Der linke Schenkel führt zum Roten Kreuz am
Hocheckkamm, der rechte verläuft zur ältesten Lichtsäule aus Holz
zum Karnerwirt nach Muggendorf. Ein weiterer Hinweis liegt im Namen Weissriegel:
Ein Weg auf das Kieneck führt den rechten Zubringer des Furtherbaches
entlang über den Weissriegel. Der Furtherbach hiess früher, wie heute
noch die Ortschaft, Weissenbach. Weiss wurde mit Licht undFeuer, gleichgesetzt.
In dem Gebiet wurde die vorchristliche Sonnengöttin Borbeth verehrt.
Auch der Name "Harrasgraben", der bei der Staffbrücke
mit dem Weissriegel zusammentrifft, weist auf diesen Kult hin:
HAR ist der Hohe, die Wintersonnenwende war das wichtigste Fest der
Megalith-Religion. Die Wintersonnwende war das wichtigste Lichterfest
vieler vorchristlicher Religionen West- Mittel und Osteuropas.
Einer der schönsten Punkte der Wanderung auf das Kieneck beginnend in Furth, führt gleich zu Beginn
über eine ausgedehnte Wiese. Etwa in der Mitte befinden sich zwei
wunderschöne, alte Linden, zwischen denen der Pfad wie durch ein
Tor hindurchführt. Das erinnert daran, dass der Baumkult - die Verehrung
von schönen, alten Baeumen - ein vorchristlicher Brauch ist. Im
Laufe der Zeit wurden vorchristlichen Kultstätten vom Christentum
übernommen. An den Bäumen angebrachte Heiligenbilder legen die Vermutung
nahe, dass in dieser Gegend die ursprünglichen, vorchristlichen
Religionen lange Zeit unter der Oberflaeche präsent waren.
Die markanten Felsen des Gaissteins erinnern an die Dolomiten: Hier,
in der Further Gegend, tritt der Dolomit verstärkt auf. Der Gaisstein
wurde um die Jahrhundertwende, also zu Beginn des damals noch exotischen
Alpinismus, "entdeckt" und für kurze Zeit ein viel besuchter
Alpenvorlandgipfel. Heute führt nicht einmal eine Markierung auf den
Berg, vielleicht auch, da das Gebiet um den Gaisstein ein beliebtes
Jagdgebiet ist.
Öffnung 2007: Anfang April bis Mitte November, Mo + Di Ruhetag.
Update 2009: offen Ostern bis Ende November, keine Daten wg. Ruhetag
Übergänge: Weitwanderweg 404, Mariazellerweg 206, europäischer Weg 4. Lokale Wanderwege 231 und 622. In diesem Verlauf Übergang über Bettelmannkreuz und Kirchwaldberg auf den Unterberg.
