Barranco Argaga, ab La Puntilla
13. November 2008
Tag 1 von 1 Auf 500 m ab 500 m
Strecke 6 km Gehzeit 4:30
Karte Kompass 231 La Gomera WWW
Anreise/Strecke  

La Puntilla - Vueltas - Finca Argayall - Barranco Argaga. Selbe Route zurück.

Beschreibung

Vorweg: Einheimische empfehlen, den Barranco Argaga nicht zu begehen. Manche sprechen sich für ein totales Betretungsverbot aus. Immer wieder kommt es hier zu schweren Bergunfällen, bei der Rettung von Unfallopfern kommen auch freiwillige Helfer in Gefahr.

Da aber der untere Teil des Weges als Strasse eingezeichnet ist, versuche ich es einmal. Und als es dann wirklich zu steil, rutschig und gefährlich wurde, habe ich die Tour abgebrochen. Und zwar ohne dass mein Selbstwertgefühl darunter gelitten hätte.

Ich bin geschätzt auf eine Höhe von 500 m gekommen. Dort habe ich zugesehen, wie sich drei Wanderer zur Sicherheit angeseilt haben, was für mich als Alleingeher den Umkehrpunkt bedeutet hat. Das kann ich jedem empfehlen: der Barranco ist den Besuch wert, und dann besser früher umdrehen, als zu spät.

Aber der Reihe nach: nach dem gestrigen Massenauftrieb mit timah, wollte ich eine etwas ruhigere Wanderung, in meinem eigenen Tempo, gehen. Durch La Puntilla auf der Strandpromenade nach Vueltas, ab hier auf einer Schotterstrasse schön am Atlantik entlang, bis zu Finca Argayall.

Dort zieht zuerst eine Schotterpist links den Berg hinauf, rechts ist ein Fruchtgarten am steilen Hang. Diesen Fruchtgarten kann man, gegen Gebühr, zu gewissen Zeiten besichtigen - heute war nicht geöffnet. Ziemlich bald nach der Fruchtfinca, gehts nach rechts ins Bachbett. Gelbe Markierungen und Steinmännchen weisen den Weg recht gut. Weg - ist zuviel des Guten. Eigentlich über grosse Steine oben drüber und vorbei, eher beschwerlich. Der Weg wird dann zum schmalen und tief eingeschnittenen Bachbett, ein Aufstieg führt an der Flanke unter einer selbstgebauten Brücke durch (hier hat tatsächlich irgendwer eine Brücke über den Barranco gebastelt). An dieser Stelle ist schon einmal Trittsicherheit gefragt, die Flanken sind steil und zum Anhalten gibt es wenig bis nichts. Dafür ist das Bachbett umso interessanter, es wirkt wie ein kleiner Grand Canyon, auch in der Farbe.

Ziemlich geröllig, vorbei an einem Staubecken, geht es steil hinauf. Es sind auch einige sehr enge Stellen zu bewältigen. Man erreicht schliesslich Terrassen, die früher wahrscheinlich zum Gemüseanbau gedient haben. Der Weg dorthinauf wird insofern abenteuerlich, als hier eine tropfende Wasserleitung verläuft. Der Weg wird so steil und so rutschig, dass es nur mehr auf allen Vieren weitergeht.

Die nunmehr erreichten Terrassen machen einen verlassenen Eindruck. Von den Rändern bieten sich einige abenteuerliche Tiefblicke hinunter in die Schlucht. Wie tief - schwer zu schätzen. 50 Meter, vielleicht. Steinmännchen und aus Steinen gelegte Pfeile weisen den weiteren Weg. Die Terrassen wirken wie ein Irrgarten. Da kommt mir ein Wanderer von oben entgegen. Wir unterhalten uns über den Weg. Er hat etwas weiter oben, die Tour abgebrochen. Der Pfad wird dort rutschig, zu steil und ausgesetzt. Allerdings bieten sich dort fantastische Ausblicke auf die Felsformationen in allen Rot- u. Brauntönungen.

Bis dorthin will ich auch, und als ich an der besagten Steilstufe stehe, überholt mich das vorhin angesprochene drei Mann Team - diejenigen, die sich anseilen.

Ich fotografiere noch sehr viel, was das Wasser in Millionen Jahren hier ausgeformt hat, ist sehenswert. Nach einer kurzen Rast mache ich mich an den Abstieg.

Die rutschig nasse Steilstufe umgehe ich elegant über die Terrassen, dieser Weg war von unten nicht einsehbar, ist aber trotzdem steil genug im Abstieg.

Bald ist auch wieder die Schotterpiste erreicht, am Strand der Finca Argayall bleibe ich erst einmal sitzen und schaue aufs Meer. Der heutige Tag ist bewölkt, aber angenehm warm.

Ich bin froh, hier gewesen zu sein. Es muss nicht immer der "Gipfelsieg" sein. Das Naturwunder dieses Barranco, die Stille, hat mich voll entschädigt und war für einen trittsicheren und schwindelfreien Wanderer gefahrlos zu begehen. Gefahrlos - bis zu dem bestimmten Punkt, natürlich.

Abschluss in der Cacatua Bar in Vueltas. Heute hat mich der Koch mit ganz ausgesuchten tapas verwöhnt, was für ein Leckerbissen!

 
Argaga b1
Argaga b2
Argaga b3

 

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