Garajonay La Fortaleza Panoramaweg 17. November 2008
Tag 1 von 1 Auf 300 m ab 250 m
Strecke 13 km Gehzeit 4:30
Karte Kompass 231 La Gomera WWW
Anreise/Strecke  

La Puntilla - timah Bus bis Parkplatz Nähe Alto de Contadero - Garajonay - Igualero - Hirtenpfad, dann Strasse bis Lomo de las Torres - La Fortaleza - El Apartadero - timah Bus La Puntilla

Beschreibung

Diesen Morgen kommt ein kleiner timah Bus zum Treffpunkt. Sollte das vielleicht bedeuten, dass heute keine Völkerwanderung im Wald stattfindet?

Die Vorfreude währte nicht lange. Entweder timah oder das Busunternehmen haben sich geirrt, und fälschlicherweise nicht den üblichen 60 Mann Bus geschickt.

Also warten, beim Hotel Gran Rey, bis der grosse Bus kommt. Spektakuläre Anreise, wie immer. Der heutige Morgen ist kühl, aber nicht so nass-kalt wie das letzte Mal. Eine Jacke verträgt man trotzdem für die erste Zeit der Wanderung. Laut timah sollte diese an der Laguna Grande beginnen, ich vermute aber, dass wir ein Stück weiter gefahren sind und etwas unterhalb des Alto de Contadero begonnen haben - was aber nicht wesentlich ist.

Wie immer, Gruppeneinteilung. Der Däne ist auch wieder dabei. Ich schliesse mich der von Chris geführten Gruppe an. Chris ist ein geländetauglicher Ostfriese, den es nach La Gomera verschlagen hat. Wie sich bald herausstellt, hat er, auch nach österreichischen Massstäben, einen guten Schmäh am Rennen. Auch sein Rhythmus, Tempo und Pausen sind gut gewählt.

Auf einem etwas anderen Weg als das erstemal erreichen wir den Gipfel des Garajonay und rasten erst einmal. Die Fernsicht reicht weit. Teneriffa und der Teide sowieso, heute sehen wir auch La Palma am Horizont. Im Westen baut sich die La Fortaleza, die Festung, oder Tafelberg genannt, auf. Mit einer Höhe von 1241 m um ca. 100 Meter höher als der Tafelberg bei Kapstadt. Schaut nach einer ganz schönen Strecke aus, bis dort hinüber - und hinauf. Wir sind schon soweit informiert, dass das letze Stück Kletterei durch eine Felsspalte sein wird. Wer will, geht mit, wer nicht, kann unten warten.

Auf einem sehr versteckten Hirtenpfad, den man ohne Führer wahrscheinlich nicht leicht findet, wird erst ein steiler Hang gequert, dann gehts runter nach Igualero, dem höchstgelegenen bewohnten Dorf von La Gomera. Schaut trotzdem irgendwie verlassen aus.

Steinig - schottrig zieht sich der Weg durch Kiefernwälder und bietet immer wieder ganz fantastische Aus- u. Tiefblicke. Dann kommt die asphaltierte Strasse in Sicht, die wir geschätzte 100 Hm hinaufhatschen. Verkehr gibts hier so gut wie keinen. An der nächsten Wegkreuzung halten wir uns links, wieder auf einem Wanderweg erreichen wir eine Art Hirten- oder Hüterhaus (das war schon vom Garajonay aus sichtbar). Ab hier teilt sich die Gruppe. Wer sich den Aufstieg auf die La Fortaleza nicht zutraut, bleibt hier und rastet.

Der Weg stellt sich gleich ganz schön auf. In kurzen Serpentinen erreichen wir den Einstieg an den Felsen, bzw. zu einer breiten Felsspalte. Dort gibt es natürliche Steinstufen, und auch einbetonierte Treppchen und Absätze. Senkrecht bleibt es trotzdem und die Schwierigkeit liegt sicher nicht im Weg hinauf, sondern eher hinunter. Fast oben angelangt, werden noch ein paar Felsen überwunden, und wir stehen am Gipfelkreuz. Zuvor hat Chris noch ersucht, dass jeder einen Stein von unterwegs mitnimmt. Dieser Stein wird einem Riesen - Steinhaufen hinzugefügt. Chris baut diesen Haufen seit sechzehn (oder zwölf?) Jahren auf. Die Gomeros, die sich früher hier heroben vor den Spaniern versteckten, haben mit dieser Munition die spanischen Soldaten abgeschossen. Ja, auch eine Art von Tradition, die hier von Chris weitergeführt wird.

Ein gutes Gefühl kommt hier heroben auf, eine tolle Fernsicht und ein absolut toller Abschluss dieser anspruchsvollen Wanderung. Unten im Tal kann man bereits die Kneipe erahnen, in der es bald ein kühles Dorada geben wird... aber erst gehts steil hinunter.

Die ersten Felsen unter dem Gipfelkreuz dienen einmal zur Einstimmung, bis sich die Spalte auftut. Hier bleibt es nicht aus, dass man einige 90 Grad Drehungen vollführen muss, bei denen man ungehindert ins Tal hinunterschaut. Meine Empfehlung: nur wer wirklich schwindelfrei ist, sollte da herauf kommen. Es ist weniger eine Frage der Kondition (obwohl schon einige Stunden Gehzeit hinter einem liegen, wenn man hier ankommt), als die Tatsache, dass man dem Abgrund ins Auge blickt.

Alles ist gutgegangen, alle sind heil heruntergekommen und werden von den "Nicht - Besteigern" auch gebührend bewundert. Die letzte Neuigkeit stammt von der Gruppe des Dänen: dem ist eine italienische Teilnehmerin abhanden gekommen. Irgendwo zwischen Garajonay und La Fortaleza. Ich kann mich nurmehr wundern.

In El Apartadero wartet schon der timah Bus. Hier gibt es eine alte Wehrkirche zu besichtigen. Der Kirchenplatz ist sehr grosszügig angelegt, strahlt in reinweiss und bietet eine schöne Aussicht.

Abschluss, wie immer: ein leckeres Bier, rein in den Bus, und in La Puntilla nach der Rückkehr sofort an den Strand.

 

 
Panoramaweg b1
Panoramaweg b2
Panoramaweg b3

 

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