Palmental Bechijigua 14. November 2008
Tag 1 von 1 Auf 0 m ab 700 m
Strecke 9 km Gehzeit 4:30
Karte Kompass 231 La Gomera WWW
Anreise/Strecke  

La Puntilla - timah Bus bis Parkplatz Roque Aganda - Ermita de San Juan - Lo del Gato - Casas Pastrana - timah Bus bis Santiago - La Puntilla

Beschreibung

Die nächste Wanderung mit timah, aus dem vorab gebuchten 4er Paket. Und ja, wieder kommt der 60 - Personen Bus, und wieder ist er voll besetzt.

Anfahrzeit zum "Mittelpunkt" der Insel wie immer ca. eine Stunde. An der Küste war das Wetter schon in der Früh sonnig. Hier heroben sind dichte Wolken, aus denen Feuchtigkeit tropft. Anders kann ich das nicht bezeichnen, denn wirklicher Regen ist es nicht. Auf den dicht bewaldeten Teilstücken rinnt das Wasser von den Bäumen. Besser ist es, gleich im Bus die Fleecejacke vorzubereiten.

Und die brauche ich auch, als wir am Parkplatz gleich am Roque Aganda aussteigen. Der Himmel wird zwar immer blauer, es klart auf, die Temperatur ist allerdings herbstlich.

Same procedure as usual - Einteilung in vier Gruppen. Die erste Gruppe unter der Leitung von Sebastian rast gleich los. Ich schliesse mich der zweiten, englischsprachigen Gruppe an. Olaf, der Däne, ist unser Führer. Der hat auch ein Tempo drauf, sowohl bei seinen Erklärungen, als auch den Berg hinunter.

Heute gibt es nahezu keine Steigung. Es geht hinunter Richtung Meer, und zwar die ganze Wanderung. Gleich zu Anfang ist der Weg steil und durch den dicken Belag aus trockenen Kiefernnadeln sehr rutschig.

Die Vorteile von timah habe ich schon angesprochen, ich werde auf der negativen Seite den Eindruck nicht los, dass diese Wanderungen reine Massenabfertigungen sind. Hauptziel für den Tourleiter ist offenbar, die Wanderung pünktlich auf die Minute zu beenden. In den kurzen Pausen bleibt kaum Zeit, die Jacke auszuziehen, zu verstauen und einen Schluck Wasser zu trinken. Von fotografieren einmal ganz abgesehen - das muss ich auf die nächste Pause verschieben.

Schöne Blicke ergeben sich sowohl zurück, auf den Roque Aganda, der sich nunmehr vom tiefblauen Himmel abhebt. Als auch hinunter ins Palmental, es liegt so friedlich - eine traumhafte Gegend. Kurz vor der Mittagspause, an der Ermita del San Juan, quert der Weg einen dichten Agavenwald (die Gomeros wollten einmal selbst Tequila herstellen, haben das aber bald aufgegeben). Auch der Palmenbestand ist sehenswert. Angeblich gibt es einen "Palmenzähler", der den Bestand überwacht. Tendenz steigend.

Links unterhalb des Weges taucht das verlassene Dorf Benchijigua auf. Das gehört zum Fred Olsen Besitz, ist dem Luxushotel Tecina in Santiago angeschlossen (das ganze Tal gehört der Olsen Familie). So ein Publikumsrenner dürften die Übernachtungen hier heroben nicht gewesen sein, und daher verfällt das Dorf halt.

Ich gehe hinter der Gruppe her, muss auch einmal austreten, fotografiere dann, und dann pflaumt mich der Däne tatsächlich an. Ob er mich suchen gehen soll oder so, weil ich der Letzte bin...ich stelle mich mit dem Komiker nicht hin, bin ja auf Urlaub und finde eine Treppe zum Hinsetzen, 20 Meter weiter. Da kommt der noch einmal, diesmal passt es ihm nicht, dass ich etwas entfernt sitze. Naja, ich habe ihn, was mich betrifft, ruhiggestellt für den Rest der Tour.

Nach der Mittagspause macht sich schön langsam der beschwerliche Weg bemerkbar. Weniger die Steilheit, vielmehr die buckeligen Steine, mit denen die Wege "gepflastert" sind. Man muss jeden Schritt ausbalancieren, weil es so wackelig ist. Im Prinzip sind das alles frühere Wege der Gomeros, die hier ihre Gemüsegärten betrieben haben. Das gibt es heute nicht mehr, man kann die alten Gartenanlagen jedoch noch gut erkennen.

Der Erzählung nach, wollten die Gomeros mit einsetzendem Tourismus, nur noch zwei Dinge: ein Auto und einen möglichst grossen Fernseher - und sicher keine Schufterei in den Gärten hier heroben.

Hurtig geht es weiter, besser wird der Weg nicht. Eine Engländerin ist mit ihrer Kondition am Ende und schleppt sich nurmehr dahin - diese bergab Wanderung ist nicht zu unterschätzen. Die Landschaft bleibt schön saftig grün, mit Ausblick auf bizarre Felsformationen.

Und schliesslich sind die Casas de Pastrana erreicht. Von dort noch ein asphaltiertes Stück, bis zum Parkplatz, wo der timah shuttle Bus gerade eintrifft.

Den Rest des Weges nach Santiago möchte man nicht zu Fuss latschen. Eine uninteressante Strasse, hier ist besser fahren.

In Santiago gibts eine längere Pause. Bis der grosse timah Bus und die restlichen Gruppen eingetroffen sind, sitze ich noch an der Uferpromenade bei einem kühlen Bier. Und ja, die Füsse tun weh.

Die Landschaftseindrücke, die Vielfältigkeit von La Gomera sind jedenfalls einzigartig. An dieser Stelle, "Danke" an den unbekannten Berliner aus der Gruppe, der alle Biere bezahlt hat!

 

 
Palmental b1
Palmental b2
Palmental b3

 

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