Donauradweg Tag 2 13. Mai 2008, ab Exlau
Tag 2 von 4 Auf 150 m ab 80 m
Strecke Exlau - Wallsee Fahrzeit 7:00
Karte "Donauraum", 3 tlg., Hrsg. Verbund

Radweg

Anreise/Strecke  

Exlau - Untermühl - Ottensheim - Linz - Mauthausen - St. Pantaleon - Wallsee, 82 km.

 

Beschreibung

Gut geschlafen in Exlau (OK, es war etwas mehr als ein Bier letzten Abend), geht es nach dem Frühstück weiter. Wieder kündigt sich ein hervorragender Frühlingstag an.

Nach nur wenigen Kilometern, in Untermühl, gibt es eine Zwangspause. Man muss dort ans rechte Donauufer, da links nur ein Steig am Ufer entlangführt ( d.h., man müsste das Rad schultern und einen waghalsigen Steig zu Fuss gehen - was ich nicht unbedingt haben muss). Die Fähre ist gerade am anderen Ufer und setzt extra wegen mir alleine nicht über. Also warten, eine knappe Stunde, bis das Boot entsprechend dem Fahrplan herüberkommt.

Mittlerweile kommen noch ein paar Leute, aber immer noch zuwenige, um den Fährmann zu einer ausserplanmässigen Fahrt zu veranlassen.

Nach zweimaliger Donauüberquerung kann es endlich weitergehen. Der Radweg zieht dann ein Stück von der Donau landeinwärts. Die Strecke führt über Felder und Äcker, teilweise auch kleine Ortschaften. Diese Abwechslung ist ganz nett, allerdings ist der Gegenwind ein ziemliches Übel.

Bei Ottensheim gibt es ebenfalls eine kleine Umfahrung durch eine Au. Anschliessend wirds heftig.

Die Strecke bis Linz ist betoniert, die Landschaft eintönig, kein Schatten, und ständig bläst der Gegensturm ins Gesicht. Da braucht der Radfahrer ein grosses Mass an Durchhaltevermögen.

Kurz vor Linz macht die Route einen ziemlichen zick-zack Kurs, führt entlang einer Autobahn teilweise auch bergauf. Endlich ist Linz erreicht, die Stadtdurchfahrt ist vom Feinsten. Da haben sich die Stadtväter was einfallen lassen. Eine wunderschöne Strecke, frisch angelegt, mit Rastplätzen und einigen Möglichkeiten ins Stadtzentrum abzuzweigen (was ich wegen Einkauf des Mittagessens auch gemacht habe). Anschliessend im Schatten eines Baumes eine lange Mittagsrast.

Bei Urfahr ist noch eine Baustelle, die ist weniger schön. Kaum liegt Linz im Rücken, beginnt wieder ein betoniertes Teilstück, aber wenigstens hat der Sturm mittlerweile nachgelassen.

Kurz vor Mauthausen zweigt der Weg wieder von der Donau ab. Es wird hügelig, aber keiner dieser Hügel ist wirklich schwierig. Ein bisschen keuchen, das ja. Vor der Ortschaft eine Abzweigung zum ehemaligen KZ links, oder rechts ins Zentrum. Mauthausen ist so liebevoll renoviert und hergerichtet, es ist eine Freude.

Wäre da nicht die Strasse mit ungeheuerlichem Schwerverkehr...die donnern an den Cafes in der FuZo vorbei, da schmeckt dir der Kaffee nicht mehr.

Ich habe überlegt, wo ich hier Rast machen sollte. Einen Kaffe hätte ich schon vertragen. Da fällt mein Blick auf die gerade ankommende Fähre, die zuerst übersetzt und dann nach Enns weiterfährt, und das ganz ruhige und stille Ufer vis a vis. Der Pfarrer von Engelhartszell fällt mir ein, doch jetzt verlasse ich die von ihm empfohlene Route. Auf der Mauthausener Seite ist es mir zu laut und fahren zuviele Autos.

Drüben angekommen, strample ich durch Auwald und entdecke, dass ich hier auf einer Etappe des österreichischen Jakobsweges unterwegs bin. Der Weg entfernt sich von der Donau, wird leicht hügelig (eigentlich fahre ich hier auf Nebenstrassen) und St. Pantaleon rückt immer näher. Da merke ich erst, dass ich auf dieser Seite ja in NÖ bin.

In St. Pantaleon würde ich gerne Station machen, jedoch ist das einzige Wirtshaus wegen Ruhetag geschlossen. Inzwischen bin ich müde und der Hintern tut etwas mehr weh als gestern.

Also weiter, bis ca. in der Gegend von Erla ein Wirtshaus auftaucht. Die Rettung naht! Die Tür ist offen, die Schank auch, nur hier ist absolut niemand! Ich gehe in den Hof und rufe laut "Grüss Gott!, Hallo, durstiger Radfahrer!" bis ich durch ein Fenster schaue und den schlafenden Wirt entdecke. Der hat Nerven, dem hättest das ganze Wirtshaus davontragen können, so hat der geschlafen.

Zimmer gibt es leider keine , vermieten tut er schon lange nicht mehr. Aber einen feinen Most (gespritzt) gibts, und dieses Getränk ist meine Rettung. Wir plaudern ein bisschen draussen im Garten, der Wirt empfiehlt mir, bis Wallsee weiterzufahren, dort finde ich sicher ein Zimmer für die Nacht.

Na bumm. Ich wäre schon so gerne abgestiegen. Also noch knapp 20 km weiterfahren. Auf der Nebenstrasse ist zum Glück kein Verkehr, und bald entdecke ich einen Wegweiser, der zum Treppelweg an der Donau zurückführt. Endlich kommt das Kraftwerk Wallsee in Sicht. Ich habe mich noch nie so sehr über ein Kraftwerk gefreut.

Erst suche ich verzweifelt die Ortschaft, fahre hin und her, bis mir dämmert, dass der Ort steil und hoch oben auf dem Hügel liegen muss. Das auch noch. Weit komme ich den Berg nicht hoch, dann muss ich absteigen und das Rad schieben. Und jetzt die Überraschung: am oberen Ende der Klippe ist der wunderschöne Hauptplatz von Wallsee, Kirche, Geschäfte, und ein Fleischhauer mit Wirtshaus und Zimmervermietung. Bingo. Was soll ich sagen, fertig wie ich war: "Einen Most, und ein Zimmer, bitte!".

Somit geht Tag zwei höchst angenehm zu Ende, mit einigen Kilometern mehr als geplant, aber wunderschön. Das Schnitzel mit allen Beilagen zum Abendessen werde ich auch nicht so schnell vergessen!

 

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