| International |
USA Franconia Notch |
Mount Cannon |
| Franconia Notch - Mount Cannon 1274 m |
20. Juni 1998 |
| Tag 1 von 1 | Auf 00 m ab 00 m |
| Strecke 0 km | Gehzeit 0:00 |
| Karte | WWW |
| Anreise/Strecke | |
Ab North Woodstock/NH Pkw zur Talstation der aerial tramway. Gondel hinauf, mehr oder weniger gut bezeichneter Rundweg bis ins Tal. |
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| Beschreibung | |
Heute werde ich einmal eine amerikanische Gondelbahn bergauf ausprobieren. Nicht, dass der Mt. Cannon so hoch wäre, aber ich möchte oben einen grösseren Rundweg gehen und überhaupt mir die Gegend von oben ansehen.
Bevor die Gondel eine Stütze überquert, warnt der mitfahrende guide die Fahrgäste, dass die Gondel jetzt gleich schwingen wird...sowas hab ich ja noch nie in meinem Leben gehört. Aber OK, bevor jemand einen Schreck bekommt und deswegen prozessiert, wird die Bergbahnfirma schon wissen, was sie tut. Ich frage den guide später, welchen Weg er denn besonders empfehlen könne. Er mustert meine bergtauglichen Schuhe, und meint, dass ich mit diesen Schuhen ja überall hingehen könnte. Und tatsächlich, ausser mir tragen hier alle Tennisschlapfen.
Ich entferne mich rasch von der Bergstation, stosse auf den Kinsman Ridge Trail und bleibe auf diesem. Die Aussicht ist fantastisch. Ganz klein unten der highway, auf dem ich gekommen bin, ringsum Berge in mittlerer Höhe und nichts als tiefer Wald. Ohne Forstrassen, einfach unberührt. Ich bleibe längere Zeit auf so einem Aussichtspunkt sitzen, bevor ich mich weiter auf den Weg mache. Der trail geht plötzlich steil bergab, ist eher leichte Kletterei. Das fällt nicht schwer, da genug kleine Bäume zum Anhalten da sind, und schöne Tritte. Was mir weniger gefällt, ist der rasche Verlust an Höhe, weil hinauf möchte ich die Wand eigentlich nicht mehr gehen - klettern.
Da kommen mir tatsächlich Wanderer entgegen - und mustern als erstes meine Schuhe. Das ist unglaublich, wenn du solide Bergschuhe anhast, ist das wie eine Visitenkarte, die dich als "Mountaineer" ausweist. Die beiden haben auch gute Schuhe an (jetzt wo ich den Schmäh kenne, schaue ich natürlich auch), und wir halten ein gemütliches Pow Wow ab, wohin, woher, wie heissen, ich mag die Amerikaner einfach. So erfahre ich auch, dass bald eine Abzweigung links kommt, die zum Lafayette Campground und von dort zurück zur Talstation der Gondelbahn führt.
Wir verabschieden uns noch mit den besten Wünschen für die kommenden trails, es kommen dann auch noch einige Wegweiser, und der weitere Verlauf ist genauso, wie die beiden Wanderer es mir erklärt haben. Ich bin noch ein Stück weiter, Richtung Lonesome Lake gegangen, dann erst zurück. Wieder unten angekommen, führt ab dem Lafayette Campground der Pemi Trail zur Gondelbahn zurück. Der ist vielleicht einsam - verwunschen. Direkt am Bach, durch tiefsten Wald, auf manchen Hinweisschildern wird an die vor Jahrhunderten hier lebenden Mohawks erinnert, einer der ersten Indianerstämme, denen die Weissen nicht gut bekamen.
Schöne Wanderung heute, hat alles gepasst. Die paar Regentropfen unterwegs waren nicht tragisch, ansonsten abwechselnd Sonne und Wolken. Der Talstation ist ein Skimuseum angeschlossen, das habe ich dann auch noch besucht. Es erinnert an Landsleute aus der Steiermark, die den Skilauf hier populär machen wollten. Ganz nachhaltig war das wohl nicht, es sind auch die Wetterumstände nicht wirklich für Skilauf geeignet (plötzlich einsetzender Eisregen vom nahen Atlantik, dann sind die Pisten unbrauchbar, wie man mir erklärte).
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